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Bevor aufwendige und belastende Behandlungen wie IVF/ICSI zum Einsatz kommen, sollte geprüft werden ob nicht einfachere Therapien zum Ziel führen können.

Störungen der Eizellreifung und des Eisprungs lassen sich meist medikamentös korrigieren und sind fast nie alleiniger Grund für eine IVF. Hier spielen auch Dinge wie: Rauchen, Ueber- und Untergewicht eine bedeutende Rolle. Die Eizellreifung kann mittels verschiedenen Medikamenten angeregt (stimuliert) werden. Ein störender Ueberschuss oder Mangel körpereigener Hormone muss nicht selten ausgeglichen werden.

Störungen der Samenproduktion lassen sich leider nur selten wesentlich beeinflussen. In gewissen Fällen (z.B. nach Unterbindung) können die Samenwege operativ wieder durchgängig gemacht werden.

Fruchtbarkeitsvermindernde Veränderungen der Anatomie der Geschlechtsorgane lassen sich in günstigen Fällen durch eine Operation beseitigen. Z.B.: Verklebungen und Verschlüsse nach Entzündungen, Endometrioseherde (=Gebärmutterschleimhautinseln am falschen Ort, d.h. ausserhalb der Gebärmutter); gutartige Gewächse und Fehlbildungen der Gebärmutter.

Intrauterine Inseminationen (IUI) ( d.h. das Einspülen von speziell aufbereiteten Samenzellen des Partners durch Scheide und Muttermund direkt in die Gebärmutter, dies kurz vor dem Eisprung) sind in vielen Situationen sinnvoll und erfolgversprechend . Dafür muss mindestens ein funktionsfähiger Eileiter vorhanden sein.

IUI werden v.a . bei leichteren Störungen der männlichen Fruchtbarkeit (es müssen nach Aufbereitung noch eine genügende Anzahl beweglicher Samenzellen vorhanden sein), bei sogenannter Kinderlosigkeit ungeklärter Ursache, bei leichter Endometriose und anderen selteneren Situationen empfohlen.

Die IUI können im natürlichen oder im medikamentös stimulierten Zyklus vorgenommen werden. In der Regel werden 3 - 4 , maximal 6 Zyklen mit Insemination empfohlen. I.d.R . werden bei Frauen unter 40 drei Zyklen (inklusive Medikamente) von den Krankenkassen übernommen. Die Erfolgschance pro Zyklus liegt um 10%.

Recht häufig führt Ihr Gynäkologe/in die IUI selbst durch - nur die Aufbereitung der Samenzellen vor der IUI wird bei uns durchgeführt.